„Die Elefanten sind los“ oder, vom beschwerlichen Weg zu unserer ersten Eigenproduktion.

„Die Elefanten sind los“ oder, vom beschwerlichen Weg zu unserer ersten Eigenproduktion.

Elefantino

Wer uns folgt hat ja sicher schon seit längerem bemerkt das wir sehr intensiv an unserer ersten Eigenproduktion gearbeitet haben. Seit gestern liegt nun unser Stoff im Atelier.

Was für ein langer Weg, man könnte es fast als Schwangerschaft bezeichnen. Denn es ist beinahe wie unser Baby und von der zeitlichen Dauer würde es auch passen. 🙂

Darüber, von der Idee bis zur Produktion, möchte ich Euch ein bisschen erzählen. Die Recherchen zu Stoffen und deren Produzenten beschäftigen uns schon sehr lang. Doch nach vielen endlosen Stunden, die wir uns auf zum Teil sehr schlecht gemachten und wenig informativen Internetseiten verloren und frustriert abgebrochen hatten, haben wir beschlossen es komplett anders anzugehen. Wir hatten „damals“ beschlossen unsere Kreativität und Kraft lieber in die Umsetzung eines geeigneten Designs zu stecken, als mit der Suche nach Produzenten. 

Wir fingen also an unsere Ideen aufzuschreiben. Klar war, wir wollten mit einem Design für Babys und Kleinkinder starten. Es sollte zu uns und unserem Produktsortiment passen und auf jeden Fall sehr niedlich sein. Wir wollten Panele und die dazu passenden Kombistoffe entwerfen und produzieren lassen. Die ersten Zeichnungen entstanden aus unseren Ideen und eines war schnell klar, es sollte irgendetwas mit niedlichen Tieren entstehen. Also engagierten wir einen Designer, dem wir unsere Ideen und Zeichnungen vorlegten und beauftragten ihn damit, ein Design nach unseren Vorstellungen zu erstellen. Gesagt – getan und der junge Mann zeichnete vermeintlich drauf los. Wir tauschten Entwürfe aus, schickten Farbmuster hin und her und besprachen die Dimensionen. Da war zu diesem Zeitpunkt noch nicht wussten welche Anforderungen so ein Stoffproduzent an ein Design hat, haben wir fleißig und völlig frei von Vorgaben darauf los geplant. Ja ich weiß was Ihr jetzt vielleicht denkt, „viel zu blauäugig“. Doch so sind wir. Macher, Unternehmer und Vorreiter. Wir, vor allem André ist immer dafür es erst einmal anzugehen bevor man sich von imaginären Mauern ausbremsen lässt. Vieles wird einem allerdings auch erst bewusst, wenn man mittendrin steckt. Da kommt man vorher gar nicht drauf. 

Nach einigen Wochen standen die ersten Entwürfe. Zwei süße kleine Elefanten, der eine stehend, der andere sitzend. Wir waren total happy und wirklich begeistert. Da war der Weg frei für unsere Kombistoffe. Die Skizzen lagen bereit und konnten direkt umgesetzt werden. Ich wollte gern ein Design, welches aussieht, als hätte es gerade im Moment jemand mit dem Pinsel auf den Stoff gezeichnet. Es sollte handgemalt aussehen, nicht korrekt und perfekt gezogene Linien. Auch wollte ich die Aufteilung gern ungleichmäßig haben, beinahe willkürlich und ich liebe es, wie es nun aussieht. Und es ist doch für uns Nähverrückte immer schön ein zum Panel passenden Kombistoff zu haben, oder nicht?

Plötzlich fügte sich auch das Problem mit den Produzenten. Wir lernten jemanden kennen, der bereits seine eigenen Stoffe drucken lies und er wollte uns unterstützen und uns ermöglichen über ihn in seiner Druckerei zu drucken. PERFEKT! Ein toller Einstieg, so konnten wir noch einige Tipps umsetzen und von seiner Erfahrung profitieren. Dafür waren wir unendlich dankbar.
Dann kam alles anders und alles stand wieder auf null, doch wir bekamen einen tollen Tipp, wer uns nun weiterhelfen kann. Also nur eine Verzögerung und kein Neustart. Darauf kommt es nun auch nicht mehr an. Wir arbeiten schon so lange an unserem Traum einen eigenen Stoff zu produzieren und alles braucht einfach seine Zeit.

Parallel zu unserer neuen Chance fuhren wir in diesem Jahr zur Munich Fabric, um uns einen Einblick zu verschaffen, was denn alles machbar ist und was auf dem Markt verfügbar ist. Darüber haben wir Euch im letzten Blogbeitrag erzählt. Blogbeitrag zur Munich Fabric 

Dort lernten wir viele tolle Menschen kennen und erfuhren von einigen Firmen, welche in Deutschland oder von Deutschland aus produzieren. Wieder etwas geschafft! Doch für den Start sind die Bedingungen etwas zu hoch gegriffen, die allermeisten Hersteller produzieren erst ab 150 Meter pro Design. Das war uns vorerst zu viel. Wer weiß schon wieviel man von seiner ersten Eigenproduktion produzieren lassen soll?

Es ist gut zu wissen, dass es diese Möglichkeiten gibt. Doch jetzt nutzen wir die Chance, die uns eine ganz liebe Stoffladenbesitzerin geboten hat. Wir produzieren unser erstes Design mit ihr zusammen. Wir haben uns entschieden in Deutschland zu produzieren und dies sogar mit Bio-Druckfarben. WOW, was für eine Chance! Ein paar Änderungen wollten wir an unserem Design noch vornehmen. Da wir nun die Details für Größe und Qualität hatten, konnten wir auch genauer designen. Inzwischen hatten wir 4 Elefanten, sie waren einfach zauberhaft und dazu passend wollten wir gern noch einen fünften haben. Also machten wir uns dran und recherchierten, was denn am besten dazu passen könnte. Vielleicht mit Blumen oder einem Ball oder oder oder…. Wir stöberten also durch verschiedene Bilddateien, um uns eine Anregung zu holen und plötzlich, da wurde es mir ganz anders… Da war ein Bild von einem Elefanten, der sah bis auf wenige Striche genauso aus, wie unserer. Das konnte doch nicht sein, das durfte nicht sein. Das war ein Schock, bei 3 von 4 Elefanten wurden wir fündig. Ja sie wurden verändert, sie wurden gespiegelt oder was auch immer … egal, so konnten wir sie nicht verwenden. NIEMALS.

Das war heftig und das so kurz vor unserem Ziel, denn der Termin für den Druck stand eigentlich schon fest und plötzlich standen wir wieder am Nullpunkt.
WAS NUN?
Hinschmeißen? Kopf in den Sand? Alles hinterfragen?

Nichts dergleichen. Nachdem wir unsere Wut und Enttäuschung wieder unter Kontrollen hatten, fingen wir also wieder bei null an. Ein neuer Designer musste her, einer der uns versteht, so denkt wie wir und der nicht das schnelle Geld riecht. Kennt Ihr das, wenn Ihr mit dem Rücken zur Wand steht und dann kommen Euch plötzlich die besten Ideen? Uns fiel ein befreundeter Designer ein, an den wir anfänglich überhaupt nicht gedacht hatten, da wir davon ausgegangen sind, dass so ein Babyzeugs nichts für ihn ist. Eine erste Anfrage über Facebook mit einer kurzen Schilderung unseres Problems blieb erst einmal unbeantwortet. Doch dann, am selben Abend kam die erhoffte Antwort. „Ich helfe Euch, lasst mal sehen was Ihr vorhabt!“ Die Erlösung. Wir fielen uns in die Arme denn mir war sofort klar, nun wird es was.

In den nächsten Tagen trafen wir uns also im Atelier und zeigten unserem „neuen“ Designer unsere Entwürfe, schilderten das ganze Problem. Etwas Neues zu entwerfen war aufgrund der Kürze der Zeit nicht möglich. Wir entschieden uns bereits existierende Dateien mit Lizenz (welche unseren Ideen und Vorstellungen sehr nahe kamen) zu kaufen und ließen sie nach unseren bereits existierenden Farben umarbeiten. Da wir in der Zwischenzeit auch regen Kontakt mit unserem zukünftigen Stoffproduzenten hatten, wir somit auch die ungefähren Maße der druckbaren Designs wussten, konnten wir nun mit fünf unterschiedlichen Designs rechnen. Also stand unserer ursprünglichen Idee, einer kompletten Designserie von fünf unterschiedlichen Motiven und Farben mit dem jeweils dazu passenden Kombistoff, nun nichts mehr im Weg.
Unser Designer war wunderbar. Fleißig wie ein Bienchen, detailverliebt, mitdenkend und sehr kreativ nahm unsere Serie „Elefantino“ nun schnell Formen an. Ein Design niedlicher als das andere. Wir wollten auch bewusst etwas für Mädchen, etwas für Jungen und etwas Neutrales in dieser Serie haben. So entstanden „Ballerina und Stella“ für kleine Prinzessinnen, „Capitano und Palloncino“ für kleine Jungs und „Ombrello“ sowohl für Jungen als auch für Mädchen. Mit den Trendfarben coral, nude, petrol, hellblau und mint haben wir unsere süßen kleinen Elefanten und die jeweils passenden Kombistoffe in den Probedruck geben können.

Als das Paket mit den fertigen Probedrucken im Atelier ankam, waren wir beide sehr gerührt. In echt waren sie noch viel schöner als in den Entwürfen. Und in Verbindung mit der von uns gewählten Stoffqualität – French Terry – eine sehr gelungene Kombination an Stoffen die sich besonders für kleine Babybodys, Erstlingsausstattungen, kleine Pullover und Kleidchen eignen. Wir waren sofort verliebt und nach ein paar kleinen Anpassungen (denn wir haben zu Beginn auch wirklich jede Fehlerquelle mitgenommen ) und einem erneuten Testdruck stand unserem Traum nichts mehr im Wege. Ein tolles Gefühl.

Nun sollte es keine Woche mehr dauern, bis wir unsere eigenen Stoffe im Atelier liegen haben. Das war schon fast zu schön, um wahr zu sein. Wir waren beide so aufgeregt. Seit Mitte der Woche  sind unsere * Elefantinos * da und warten darauf für liebevolle Kleidungsstücke verkauft und verarbeitet zu werden. Ein langer Weg zur ersten Eigenproduktion liegt hinter uns, aber das Ergebnis fasziniert uns sehr.

Du bist eine Künstlerin mit Nadel und Faden, Du liebst es liebevolle Dinge aus Stoffen zu entwerfen, dann kontaktiere uns. Wir sind immer wieder auf der Suche nach Designnäher/innen und möchten uns ein eigenes Team aufbauen, welches uns unterstützt.  Wenn uns Deine Ideen begeistern stellen wir Dir gern das Eine oder Andere Panel aus unserer Serie Elefantino, zum Designnähen zur Verfügung.  

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